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Gips

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Gips Artikel

Gips
Gips Beschreibung

Gips als Wüstenrose
Chemismus CaSO4
Kristallsystem monoklin
Kristallklasse 2/m
Farbe farblos, weiß
Strichfarbe weiß
Härte nach Mohs 1,5 bis 2
Dichte 2,3 g/cm³
Glanz Glas- und Seidenglanz
Opazität durchsichtig bis undurchsichtig
Bruch muschelig
Spaltbarkeit vollkommen
Habitus prismatisch, tafelig
häufige Kristallflächen ___
Zwillingsbildung Schwalbenschwanzzwillinge
Kristalloptik
Brechungsindices ___
Doppelbrechung ___
Pleochroismus ___
optische Orientierung ___
Winkel/Dispersion
der optischen Achsen
2vz ~ ___
weiteres Merkmalen
chemisches Verhalten ___
ähnliche Minerale ___
Radioaktivität nicht radioaktiv
Magnetismus nicht magnetisch
besondere Kennzeichen ___


Gips ist ein farbloses bis weißes Sulfat-Mineral des Kalziums mit chemischer Zusammensetzung CaSO4 • 2H2O, ist also chemisch gesehen Kalziumsulfat. Gips ist in Wasser extrem schwer löslich, hat eine sehr kleine Härte von 2 (er kann mit dem Fingernagel geritzt werden), kristallisiert in dem monoklinen Kristallsystem und hat eine weiße Strichfarbe.

Beim Erhitzen geht das Kristallwasser verloren und es entsteht zuerst ein Hemihydrat (auch Halbhydrat bzw. Bassanit genannt) mit der chemischen Formel CaSO4 • 1/2H2O, bei weiterem Wasserverlust schließlich Anhydrit III (CaSO4), das aber mineralogisch schlicht Anhydrit genannt wird.

Gips Beschreibung

Inhaltsverzeichnis
Buch-Tipp: Der dekorative Wandputz. Gips und Kalk Sehr gute Anleitungen . . . die einzelnen Putze sind verständlich erklärt, und die Rezepte für Farben ,Lasuren und Wachse haben mir sehr weiter geholfen. Viel Wissen für wenig Geld.

Vorkommen und Gewinnung

Gips kommt sowohl massiv und in feinkörniger Form als farbloser, weißer, gelber, roter oder grauer Alabaster vor als auch feinfaserig als Fasergips oder Atlasspat und auch kristallin als durchsichtiger tafeliger Selenit. In Chihuahua (Mexiko) wurden Gips-Riesenkristalle von bis zu 15 m Länge entdeckt.

Gefunden wird das Mineral in verschiedenen Kristallformen: So sind die Kristalle häufig sehr groß, plastisch biegsam, vollkommen spaltbar, dicktafelig, häufig krummflächig, ab und zu auch verzwillingt; andererseits kommt Gips auch rosettenartig verwachsen als so genannte Gipsrose oder Wüstenrose vor. Daneben finden sich ab und zu durchsichtige Kristalltafeln, die dann als Marienglas bekannt sind. Als Polyhalit wird eine Gips-Varietät genannt, welche mit Kaliumsulfat und Magnesiumsulfat verbunden, in den Steinsalzlagern von Straßfurt , Berchtesgaden und Ischl vorkommt. Alabasteraugen entstehen aus Kalziumsulfat, das sich an einzelnen Stellen innerhalb eines Muttergesteins sammelte, bevor sich dieses gefestigt hatte, und dann später zu Alabasterkugeln verhärtete.

Gips entstand geologisch durch Auskristallisieren von übersättigtem Kalziumsulfat aus Meerwasser, es separiert wegen seiner kleinen Wasserlöslichkeit als erstes Mineral noch vor dem Anhydrit aus. Man findet ihn aber auch als Verwitterungsprodukt sulfidischer Erze und in vulkanischen Schloten, wo er durch Reaktion von austretender Schwefelsäure mit Kalkstein entstehen kann.

Gips ist weitverbreitet, wichtige Vorkommen sind in Mexiko, Algerien, Spanien, Italien und den Vereinigte Staaten Amerika zu finden. In Deutschland ist das Mineral unter anderem bei Osterode in dem Harz, Eisleben in Sachsen-Anhalt und Borken bei Kassel zu finden.

Gips wird vorwiegend durch Bergbau gewonnen, fällt aber heute auch zunehmend bei der Rauchgasentschwefelung als Rauchgasgips an.

Buch-Tipp: Die Kunst-Werkstatt - Plastik und Skulptur. Vom Gegenständlichen zur Abstraktion Die Beschreibung für das Buch "Die Kunst-Werkstatt - Plastik und Skulptur. Vom Gegenständlichen zur Abstraktion" fehlt leider. Weitere informatione finden Sie auf der Seite des Buchhändlers. Klicken Sie dafür auf den Link über diesem Text. Die Seite des Händlers öffnet sich in neuem Fenster.

Varietäten

  • β-Halbhydrat (CaSO4 • 1/2H2O) entsteht beim Brennen unter normaler Atmosphäre. Beim Vermischen mit Wasser erfolgt innerhalb von Minuten eine Hydratation zu dem Dihydrat.
  • Anhydrit III (CaSO4) entsteht bei etwas höheren Temperaturen als das Halbhydrat. Beim Vorhandensein von Wasser, auch Luftfeuchtigkeit, bildet sich sehr schnell Halbhydrat.
  • α-Halbhydrat (CaSO4 • 1/2H2O) entsteht unter Wasserdampfdruck und hat eine höhere Dichte.
  • Anhydrit IIs (CaSO4) entsteht bei höheren Temperaturen, das s steht für "schwerlöslich". Beim Vermischen mit Wasser erfolgt die Hydratation innerhalb von Stunden und Tagen.
Buch-Tipp: Figürliches Gestalten mit Gips und Ton Um ausführliche Informationen zum Buch "Figürliches Gestalten mit Gips und Ton" zu bekommen klicken Sie bitte auf den Hyperlink oberhalb von diesem Text. Sie werden zum entsprechenden Buch auf der Händlerseite weiter geleitet.

Verwendung als Rohstoff

Technisch nutzt man das Vermögen des Gipses, das durch Erhitzen (Brennen) teilweise oder ganz verlorene Kristallwasser beim Anrühren mit Wasser wieder aufzunehmen und dabei zu erhärten. Bei Erhitzen auf etwa 110ºC entsteht so genannter gebrannter Gips (das oben erwähnte Hemihydrat), bei 130 bis 160 ºC Stuckgips, ein Gemisch aus viel Hemihydrat und wenig Anhydrit. Sehr hoch erhitzter Gips wird auch "totgebrannter Gips" (Annalin) genannt, weil er mit Wasser nicht mehr abbindet.

In der heutigen Bautechnik wird Gips meist in Form von REA-Gips für Gipskartonplatten für Zwischenwände und Trockenestriche benutzt, daneben auch als Grundierung und Füllmittel.

In der Medizin wird Gips für den Gipsverband benutzt: Dabei werden die betroffenen Gliedmaßen mit feuchten Gipsbinden umwickelt, die dann innerhalb von Minuten aushärten und nach ungefähr zwölf Stunden voll belastbar sind.

In der bildenden Kunst wird Gips sehr häufig für die Erstellung von Skulpturen verarbeitet, in der Technik für die Erstellung von Formen und Modellen benutzt. Marienglas spielt auch heute noch bei Kirchen- und Alabaster-Restaurierungen eine wichtige Rolle, während der totgebrannte Gips auch gerne als Zusatzstoff (Streckmittel) für Malerfarben benutzt wird, da er zu billigeren Produkten führt, ohne die Farbqualität stark zu beeinträchtigen.

Buch-Tipp: Gestalten mit Gips für Einsteiger. Formen herstellen - Abformen - Finishen (Kreathek) Guter Einstieg Für Einsteiger, in die Welt des schöpferischen Formens mit Gips, ein sehr anschauliches Buch. Mit vielen Abbildungen und gut erklärt, so daß das Nacharbeiten mit Erfolg gekrönt ist. Aus dem Inhalt u. a. Arbeiten mit Fertigformen, Formen selbst herstellen, Oberflächenbehandlung.

Gips als Baustoff

Da der abgebundene Gips eine gewisse Wasserlöslichkeit besitzt, sollten Gipsbaustoffe ca. für den Innenausbau Verwendung finden. Bei Renovierungsarbeiten wird Stuckgips benutzt, um kleine Risse und Löcher in Wänden zu schließen. In dem Neubau werden Gipsputze oder auch Gipsplatten benutzt, um auf rauhen und unebenem Mauerwerk eine streich- und tapezierfertige Oberfläche herzustellen. Estriche werden ebenfalls auf Basis von Gips hergestellt, dabei kommen α-Halbhydrat oder auch Anhydrit zu dem Einsatz. Es gibt auch Systeme, bei denen ganze Trennwände aus Gips-Wandbauplatten hergestellt werden.

Buch-Tipp: Gips und synthetischer Stützverband. Herkömmliche Fixation und funktionelle Stabilisation: Herkommliche Fixation Und Funktionelle Stabilisation Lehrreich und Anwenderfreundlich Eine Technik die endlich Beschrieben wird. Nicht ca. für Mediziner auch für Fachpersonal des nicht Ärztlichen Bereiches gut nachzuvollziehen und anzuwenden. Sehr Informativ in einem Medizinischen Fachbereich der viel zu lange ein Stiefkind der Medizin und des Fachbuchbereichs war.

Modell- und Formengips

Bei der Anwendung als Modell- oder Formengips werden erhöhte Anforderungen an die Reinheit der Gipsrohstoffe und an die Aufbereitung gestellt. Durch eine feinere Aufmahlung und kleinere Anteile an Fremdmineralien wird eine gleichmäßigere Oberflächenstruktur erzielt. Durch die Verwendung von α-Halbhyrat können höhere Festigkeiten der Formteile erreicht werden, in diesem Zusammenhang wird auch von Hartgips gesprochen.

Desweiteren wird Kalziumsulfat auch als Lebensmittelzusatzstoff (E516) eingesetzt. Als eines der zwölf Schüßler-Salze findet es als Heilmittel Verwendung.

Buch-Tipp: Herz in Gips. Frauenfreundschaft durch dick und dünn Wer Mandi kennt, darf sie auch in ihren Büchern hautnah erleben, wie sie leibt und lebt. Das macht ihre Werke so authentisch, lebensnah und voll sprühender Lebensfreude. Der Roman „Herz in Gips" hat mich während der Lesezeit wie eine gute Freundin begleitet und mir exakt so Mut gemacht, wie der Hexenzirkel...

Geschichte

Schon in der Antike wurde Gips als Baumaterial benutzt, so z. B. bei der Erbauung der Pyramiden von Gizeh oder der Alabastermoschee in Kairo. In Griechenland wurde es wegen seiner leichten Bearbeitbarkeit für Bauornamente an den Häusern genutzt. Die Römer schließlich entdeckten, dass durch starkes Erhitzen eine Substanz entsteht, die mit Wasser vermischt aushärtet und als Putz benutzt werden kann.

Siehe auch: Liste von Mineralen; Alabasteraugen

Buch-Tipp: Knete, Ton und Pappmaschee. Modellieren mit Kindern ab 5 Jahren Um ausführliche Informationen zum Buch "Knete, Ton und Pappmaschee. Modellieren mit Kindern ab 5 Jahren" zu bekommen klicken Sie bitte auf den Hyperlink oberhalb von diesem Text. Sie werden zum entsprechenden Buch auf der Händlerseite weiter geleitet.

Weblinks



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